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Oberpfalz rüstet kräftig ab |
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Geschrieben von: Administrator
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Mittwoch, den 19. August 2009 um 06:11 Uhr |
Folgen des Amoklaufs von Winnenden wirken nach: Immer mehr Waffen werden zurückgegeben
(we/dpa) Am 11. März 2009 erschoss ein 17-jähriger Schüler in Winnenden bei Stuttgart 15 Menschen und sich selbst. Der Amoklauf ist die Hauptursache dafür, dass immer mehr Waffen bei den Behörden freiwillig abgegeben werden - auch in der Oberpfalz.
In der Stadt Amberg zum Beispiel wurden alle Waffenbesitzer angeschrieben - 32 haben daraufhin ihre Revolver, Pistolen oder Gewehre zum Rathaus gebracht. Auch Weiden ist in jüngster Zeit mit rund zehn freiwilligen Rückgaben ein Anstieg zu verzeichnen. Am auffälligsten ist die "Abrüstung" im Landkreis Schwandorf: Hier wurden in den letzten sechs Wochen 45 Waffen freiwillig abgegeben. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es nur elf Waffen.
Als einer der Hauptgründe wird hier die teure sichere Verwahrung der Schießgeräte genannt. Diese beläuft sich auf mindestens 200 Euro - und ist damit oft kostspieliger als die Waffe selbst. In allen Behörden wird jedoch die derzeit mögliche straffreie Rückgabe illegal erworbener Waffen als Flop bezeichnet: Keine Einzige wurde bisher in der Region zurückgegeben. Innenminister Joachim Herrmann hatte am Freitag in München alle Bürger zur Abgabe bei der Polizei oder bei den Landratsämtern beziehungsweise den städtischen Kreisverwaltungsreferaten aufgerufen. All diese Waffenbesitzer, so der CSU-Politiker, seien gut beraten, die dazu im Waffengesetz geschaffene Amnestieregelung zu nutzen.
"Wahlkampfgetöse"
Nach dieser am 25. Juli in Kraft getretenen Regelung ist eine straffreie Abgabe illegaler Waffen bis Ende dieses Jahres möglich, sofern mit ihnen keine Straftaten begangen wurden. Von einigen Behördenexperten wurde Herrmanns Pressekonferenz als Wahlkampfgetöse kritisiert. Durch die Amnestie habe sich nichts geändert. "Wer sich eine Waffe illegal besorgt hat, der liefert sich doch nicht selbst ans Messer."
Herrmann betonte: "Bei 96 Prozent der mit Waffen begangenen Straftaten werden illegale Waffen verwendet." Jede illegale Waffe sei deshalb eine zuviel. "Darum schafft die neue Amnestie mehr Sicherheit." Die Amnestie gehöre zu den Änderungen des Waffengesetzes, die nach dem Amoklauf von Winnenden beschlossen worden seien. Die Abgabe von Waffen sei kostenfrei, es würden nur die Personalien aufgenommen. Die abgegebenen Waffen gehen in der Regel zunächst an das Bayerische Landeskriminalamt (LKA). Möglicherweise bei Straftaten eingesetzte Waffen werden dort vorsorglich ballistisch überprüft. Jagdwaffen leitet das LKA an das Landwirtschaftsministerium weiter, das sie im LKA-Auftrag an Jäger verkauft. Der Großteil der Waffen wird aber in Einzelteile zerlegt und vernichtet.
Die Zahl der legalen Schusswaffen in Bayern etwa von Jägern und Sportschützen gab Herrmann mit gut 1,4 Millionen Stück an. Darunter seien rund 140 000 ererbte Waffen und 300 000 Altbesitzwaffen - diese kommen zusammen also auf einen Anteil von rund 30 Prozent aller legalen Waffen. Herrmann appellierte an alle Besitzer legaler Waffen zu überdenken, ob sie diese wirklich brauchen.
Schon soviel wie 2008
Allein in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres wurden mehr Waffen bei den Behörden abgegeben als im gesamten Jahr 2008. Bis Ende Juli wurden in Bayern heuer 3354 Gewehre abgeliefert, im gesamten Vorjahr waren es nur 2214. Von Januar bis Ende Juli dieses Jahres wurden außerdem 5713 Revolver und Pistolen abgegeben - damit ist die Zahl des gesamten Vorjahres mit damals 5731 Kurzwaffen schon jetzt fast erreicht.
Quelle und Link: Der Neue Tag - Oberpfalznetz
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 20. August 2009 um 07:07 Uhr |